Der Sekundenschlaf und Bundaberg

Ein verhängnisvoller Sekundenschlaf

20100213_Coolum 035 Ich setzte mich in mein Auto, regelte die Klimaanlage hoch und fuhr los. Im Informationscenter von Bowen erkundigte ich mich nach dem Ort St.Lawrence und sonstigen Möglichkeiten am Meer. Die Mitarbeiterin des Info-Centers war nicht besonders angetan, als ich sie nach dem besagten Campingplatz dort befragte. Sie meinte, das wäre ein kostenfreier Campingplatz und es gäbe dort Sandflies. Das Wort “Sandflies”  wird hier zu Lande, glaube ich, immer dann eingesetzt, wenn man jemanden von etwas absolut abhalten möchte. Wobei die Australier sonst fest der Meinung sind, dass es in Australien keine Sandflies gäbe, nur in Neuseeland. Und die Neuseeländer der Nordinsel meinen wiederum, es gäbe nur auf der Südinsel Neuseelands Sandflies. Andererseits bewirkt dieses Wort bei mir auch immer genau das: nämlich, dass mir die Lust vergeht, mich solchen Orten auch nur zu nähern. Ich wollte es nicht einmal ausprobieren. Die unangenehme Schwüle und dann womöglich auch noch Sandflies – nein danke. Sie meinte dagegen: Bundaberg is very nice. Dort wäre sie oft als Kind gewesen. Irgendwie glaubte ich ihr und ersetzte das Ziel “St.Lawrence” in meinem Navi durch das neue Ziel “Bundaberg”. Während der Fahrt überlegte ich: Die Frau war mit Sicherheit schon Anfang 60. Wie viel sich seit ihrer Kindheit in Bundaberg wohl verändert haben mag. Vielleicht ist Bundaberg jetzt zum Ballermann-Ort  mutiert.

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Townsville

Der Weg ist mal wieder das Ziel

20100213_Coolum 026 20100213_Coolum 029 Mein Plan war mehr oder weniger der, auf dem schnellsten Weg ans Meer, weg von der Einöde und dem Regenwald, zu kommen. Daher wählte ich mir als grobe Richtung den nahe am Meer gelegenen Ort Rockhampton. Die Fahrt war, wie seit einigen Tagen, ätzend langweilig. Allerdings änderte sich mit Eintritt in den Bundesstaat Queensland relativ schnell das Landschaftsbild. Es wurde grüner, steiniger,also eher grauer und die Luftfeuchtigkeit stieg an. Die Fahrt war nicht mehr so einsam, denn es waren mehr Autos unterwegs. Man grüßte sich auch nicht mehr, wie während der letzten 3000 Kilometer durch das Desert. Die Umgebung zeigte jetzt Felder und Weiden, viele Rinder von weiß bis schwarz. Allmählich kamen ich durch bergiges Gebiet, teilweise mit Wäldern. So nah beieinander und doch so verschieden sind die Landstriche in Australien.

 

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Mount Isa

Animals on the road

  Von Tennent Creek ging es relativ unausgeschlafen weiter in Richtung Mount Isa, zum nächsten Meilenstein meiner Reise in Richtung Ostküste. Die Entfernung war ok, so eine Mittelstrecke von 650 Kilometern. Allmählich hatte ich mich warm gefahren und entwickelte mich beinah zum Kilometerfresser. Fahrn, fahrn, immer weiter. Allerdings mehr aus der Hoffnung heraus, der Hitze und den Mücken zu entkommen. Zu sehen gab es auf der Strecke auch nichts neues. Außer vielleicht der riesigen, hellgrünen Schlange, die ich aus weiter Entfernung über die Straße sich schlängeln sah. Mehrere tote Kängurus lagen auf der Straße, die teilweise von Vögeln ausgenommen wurden. Fotos davon zu machen, hielt ich nicht für besonders ästhetisch. Und auch an diesem Tag wollte ich sowieso möglichst das Auto nicht verlassen. Den Geier hätte ich aber doch gerne fotografiert. Leider ist der gerade hochgeflogen, als ich ankam. Er hatte eine Spannweite von mindestens einem Meter. Eine ca. 50 cm lange Echse in beigefarben lief mir über den Weg. Ich konnte gerade noch ausweichen und meinte zunächst, ich wäre ihr über den Schwanz gefahren, aber als ich anhielt und nach ihr Ausschau hielt, war nichts mehr von ihr zu sehen.

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Campingfreuden

Jetzt bin ich meinem Ziel, dem Ayers Rock, ein kleines Stück näher gekommen, aber leider muss ich nun hier wieder verweilen. Wie lange, das weiß ich noch nicht. Aber ich habe mir vorsichtshalber mal den besten und am schönsten gelegenen Campingplatz von Adelaide ausgesucht. Er hat sogar einige Auszeichnungen erhalten. Und er ist wirklich einmalig schön, der Camping am West Beach von Adelaide. „Campingfreuden“ weiterlesen

Abenteuerlust und Hitzegrade

Der Morgen danach

Mitten in der Nacht, oder genauer gesagt um halb sechs in der Früh, wurde ich von einem ohrenbetäubenden Fahrzeuglärm geweckt. Als ich hinten zum CC rausschaute, stand direkt hinter mir hinter dem Gatterzaun, vor dem ich in der Nacht geparkt hatte, ein irre großer LKW mit silberner Schnauze und hupte unüberhörbar. Ich reagierte sofort und hüpfte nach vorn hinters Lenkrad, startete schnell den Motor und fuhr zur Seite. Natürlich wunderte ich mich, wo um Himmelswillen der Laster her kam und wo die Typen herkamen, die den fuhren. Weit und breit sah ich kein Haus, nichts. Vielleicht hatten die schon vor mir hinter dem Zaun geparkt. Wie auch immer. Der eine klopfte dann nochmal bei mir ans Fenster und bedankte sich mit einem breiten Grinsen. Ich grinste zurück und als die Höllenmaschine weg war, legte ich mich nochmal hin und schlief weiter bis nach acht. Da weckte mich dann das Geschrei der Vögel. Also Vögel gibts hier, die habe ich noch nie gesehen. Sehen eigentlich alle aus wie Papageienarten. Auf dem Weg zum Highway kam ich noch durch den Ort, der um die Zeit wie eine Geisterstadt wirkte. Da wehte nur ein leichtes Lüftchen die Strohhalme durch die Straße und die Sonne gab schon ordentlich Gas. So wie ich dann auch.

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Der letzte Camper-Tag

Irgendwie war die vorletzte Nacht im Ambury Park zwar ganz nett. Aber da ich nicht direkt auf der großen Wiese mit meinem SLAB stand, sondern mehr in der Nähe der Waschgelegenheiten, war das Erlebnis nicht so, wie ich es vom ersten Mal in Erinnerung hatte. Daher und weil der einem Parkplatz ähnelnde Camping am Stadtrand vergangene Nachte absolut nicht das war, was ich als letztes mit dem Camper hier erleben wollte, fuhr ich nochmals zum Ambury Park.

Ambury Park again

Dieses Mal konnte ich auch noch auf die große Wiese. Dort hatte ich einen herrlichen Tag, umgeben von grasenden Schafen und lustig piependen Vögelchen,

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Auckland

Ambury am Anfang und zum Schluß

Von Waitomo bin ich wieder nach Auckland hochgedüst, da mir nichts besseres eingefallen ist und ich doch unbedingt nochmal im Ambury Park übernachten wollte. Da wo alles begann, wollte ich, dass es auch wieder aufhört. Und es passte auch perfekt. Als ich dort um halb acht abends ankam, war das Gatter noch offen und ich konnte in den Park fahren. Die Duschen wurden gerade gereinigt, so dass das dieses Mal sogar angenehm war. Ebenso wie die Nacht. Weil ich schon um zehn eingeschlafen bin, konnte ich morgens um halb sieben den Morgen mit den verschiedenen Vögeln im Park bei einem Kaffee und leckeren Buns mit Marmelade genießen. Danach bin ich noch etwas in der Gegend rumgedüst und hab mir überlegt, wohin ich denn nun noch fahren könnte.

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Von Kiwis und Höhlen

Von Hamilton aus, strebte ich dann die Waitomo Caves noch etwas weiter südlicher an. Nach kurzer Zeit erreichte ich Otorohanga. Da ich von der letzten Nacht noch ganz k.o. war und weil ich noch einiges zu berichten hatte, erkundigte ich mich dort in dem i-Site nach einem ruhigen Campingplatz und nach der Ortsbibliothek.

Wie es der Zufall so will, befand sich direkt neben dem Campingplatz ein Kiwi-House. Nachdem ich schon mal ein solches Gehege versäumt hatte und mich danach schon geärgert habe, dass ich nicht einen einzigen Kiwi live gesehen hatte, war ich in dem Moment total happy, dass sich das so toll ergab. Der Campingplatz war klein, bestand eigentlich nur aus einem kurzen Weg, den rechts und links ein paar wenige Campingplätze säumten. Aber er war dennoch besonders, denn die Hosts, also die Campingplatz-Betreiber, waren super nett. Der Mann, Peter Clarke, kam an meinen Camper und erläuterte die Vorzüge des Campingplatzes in Form eines Werbeblocks, bei dem man normalerweise weiterzappen würde, aber das ging ja nicht . Als er fertig war, wusste ich, dass mich der Platz 7,50 Euro mit Strom pro Nacht kostet, er die tollste Shower der Welt hat, bei der man Ewigkeiten ohne timelimit warm duschen darf,  dass es super ruhig wäre und vieles mehr. Und wenn ich wollte, könne ich jetzt seine Frau, Linda, kennenlernen, die schräg gegenüber in einem dieser Wohnmobil-Häuser am Fenster saß, und mit dem Profil zur Seite zu sehen war. Aber ich meinte zu ihm, dass alles prima wäre, nur dass ich jetzt zuerst schlafen müsste, so bis zur Fütterungszeit der Kiwis. So dass ich das auf keinen Fall versäume. Er meinte, es sei kein Problem, seine Frau würde mich pünktlich um 13:15Uhr wecken. Da war ich mir dann auch sehr sicher und legte mich erst mal hin. Pünktlich donnerte die Gute an die Tür und rief die Uhrzeit. Als ich rauskam begleitete sie mich noch bis zur Kasse des Kiwi-Houses, denn somit bekam ich 10% Nachlass.

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Sonne, Strand und Meer

8:00 Uhr

20100110_Gisborn 027 20100110_Gisborn 033 Morgens um sechs aufzuwachen ist eigentlich nie schön, aber wenn man den Strand, das Meer und dazu noch die aufgehende Sonne sieht, dann gibt es eigentlich fast nichts schöneres. Klar bin danach nochmal eingeschlafen, aber der Moment war schon klasse, als ich die Sonne am Horizont als breiten Streifen sehen konnte. Um acht war dann meine Aufstehenszeit.  

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Der Strand

Am nächsten Morgen war ich richtig fit und voller Tatendrang. Daher fuhr ich gleich nach dem Frühstück weiter. Schließlich wollte ich endlich ins Warme. In Napier war es zwar warm und der Campingplatz war auch nicht schlecht, aber das eben nicht das Optimum. Es sollte richtig warm sein und der Strand sollte hell und feinsandig sein.

Mahia Beach

Nach über 100 Kilometern wurde ich ungeduldig und fuhr direkt dem Schild in Richtung Mahia Beach hinterher, in der Hoffnung, dass dort der Strand sein möge, den ich schon so lange vermisst habe. Als ich dort ankam, fand ich auch einen tollen Strand, nur war da gerade eine riesen Aktion los. Irgendeine Veranstaltung von der hiesigen Schule dort. Keine Ahnung, auf jeden Fall viel zu viel Rummel. Es gab einen Campingplatz, der allerdings ziemlich voll aussah. Der Strand war zwar klasse und entsprach ganz meinen Vorstellungen, aber das Drum Herum absolut nicht. Also bereute ich kurz diesen 12 Kilometer Abstecher und fuhr wieder zurück auf die SH2 und dort weiter in Richtung Gisborne.

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